1. Mannschaft

14.10.2015

SV Remagen scheitert an David Reckhaus

SV Kripp – SV Remagen 6:4 (1:1; 2:2) n.E.

Nachdem man am Wochenende noch dem Gegner aus Kruft mit 4:1 im Ligaalltag unterlegen war, stieg bereits am darauffolgenden Dienstag der Pokalkracher gegen den direkten ortsansässigen Nachbarn und Konkurrenten SV Remagen.

 

Mit einem durchwachsenen Saisonbeginn starteten die Mannen um Spielertrainer Tarek Mazih in die neue Saison. Lediglich zwei von sieben Partien konnte die Mazih-Elf positiv für sich entscheiden. Der SV Kripp wollte sich trotz der klaren Underdog-Rolle nicht schon vor dem Anpfiff ergeben, sondern durch viel Leidenschaft, Einsatz und Kampf den größtmöglichen Nutzen aus der Partie mitnehmen.

 

Der SV Remagen versuchte sich von Anfang durch das zentrale Mittelfeld in Person von Tarek Mazih und Spielführer Mehmet Zengin zu kombinieren. Dies gelang ihnen bereits nach wenigen Minuten vorzüglich, als Zengin freistehend vor dem Kripper Gehäuse auftauchte. Mit einer glänzenden Parade bewahrte SVK-Keeper David Reckhaus seine Mannschaft vor einem frühen 0:1-Rückstand. In der Folgezeit streuten sich jedoch bei den Gästen einige ungenaue Abspiele ein, sodass sie vermehrt aus der Hintermannschaft versuchten, ihre flinken Außenspieler Jens Werner und Christopher Braß in Szene zu setzen. Einen dieser langen Vertikalpässe verarbeitete Werner in der 16. Spielminute mustergültig in der Luft, ließ den Ball einmal abtropfen und schloss volley in den oberen linken Torwinkel zur 0:1-Führung ab. SVK-Schlussmann Reckhaus blieb in dieser Aktion chancenlos.

 

Die Küster-Elf fand in der ersten halben Stunde keinen Zugriff auf die Mittelfeldmotoren Mazih/Zengin. Dadurch konnten sie sich das ein oder andere Mal gefährlich vor das Kripper Gehäuse spielen, jedoch wurden die Möglichkeiten das Ergebnis in die Höhe zu treiben von an dem Tag bärenstark haltenden David Reckhaus vereitelt. Man konnte von Glück sprechen, dass man nur mit einem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause - die von Schiedsrichter Fabian Schneider pünktlich eingeläutet wurde - ging.

 

Nach dem Pausentee sahen die rund 120 Zuschauer im Kripper Stadion ein anderes Gesicht der Heimelf. Mit schnellem und genauem Kurzpassspiel wollte man die Hintermannschaft der Gäste in Bredouille bringen. Da man nun einen Ticken offensiver als in der 1. Halbzeit agierte, unterlief man der Gefahr der Konter und der Vorentscheidung zu Gunsten der Gäste. Der frisch eingewechselte Lokman Ünal hätte bereits mit seinen ersten Ballkontakten die Gäste mit 0:2 in Führung schießen können. Sein wuchtiger Schuss aus halbrechter Position fand jedoch nur den Weg an den Außenpfosten. Mit zunehmender Spielzeit stieg auch der Druck der Heimelf. Sie drückten die Gäste massiv in ihre eigene Hälfte. In der 79. Spielminute wurde SVK-Torjäger Geronimo Klapperich im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Der Unparteiische Fabian Schneider zögerte keine Sekunde, pfiff und entschied sofort auf Strafstoß. Mit vollem Selbstvertrauen schnappte sich Kevin Kostrewa den Ball, verlud Keeper Stahl und glich zum 1:1 aus. Nun war es ein Spiel auf Messer's Schneide. Man konnte sich sicher sein, dass die Mannschaft mit dem nächsten Torerfolg das Spiel für sich entscheiden würde. Der Einzug ins Viertelfinale des Kreispokals rückte aus Sicht des SV Kripps in der 85. Spielminute in weite Ferne, da Innenverteidiger Daniel Ley auf Grund wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte sah.  Kurz vor Abpfiff der Partie brachte Philipp Göddel eine Flanke von der rechten Außenbahn im Gästegehäuse unter. Die Freude der Kripper war groß, allerdings wurde der Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung des Stürmers Göddel nicht anerkannt.

 

In der Verlängerung des Pokalkrimis ließen sich die Küster-Mannen auch mit zehn Spielern nicht dauerhaft in den eigenen Strafraum drängen, sondern versuchten selbst Druck nach vorne zu erzeugen. Durch eigene Vorstöße überließ man dem Gegner gleichzeitig große Räume, die er in der 108. Spielminute zur Führung nutze. Nachdem die Hintermannschaft das runde Leder nicht aus der Gefahrenzone bringen konnte, fasste sich Werner aus rund 20 Metern ein Herz und schoss seine Mannschaft mit 1:2 in Führung.

 

Da nun die Kräfte auf beiden Seiten schwanden, trugen Kombinationen über mehrere Stationen Seltenheitswert. Kurz nach dem Seitenwechsel in der Verlängerung gab es für die Kripper Spieler und Fans wieder Grund zum Jubeln. Timo Schäfer war es, der den auf der Außenbahn sträflich freistehenden Kostrewa anspielte. Dieser tankte sich bis zur Grundlinie durch und brachte den Ball scharf und flach vors Gehäuse. Im Rutschen glich Göddel spektakulär zum 2:2 per Kopf aus. Da in den Restminuten keine Mannschaft etwas riskieren und kein weiteres Gegentor fangen wollte, ging es kurze Zeit später zum Elfmeterschießen.

 

Hierbei avancierte SVK-Keeper Reckhaus zum Spieler des Abends. Er trug mit zwei gehaltenen Elfmetern großen Anteil dazu bei, dass man den Derby-Pokalfight für sich entscheiden konnte.

 

Für den SV Kripp im Einsatz waren: David Reckhaus – Marco Leimbach, Nils Meyer, Daniel Ley, Adil Öksal – Kevin Kostrewa, Tobias Schmickler (65. Dennis Salscheider) – Daniel Krämer (58. Moritz Boltersdorf), Timo Schäfer, Geronimo Klapperich – Philipp Göddel

 

Fazit: Durch eine engagierte, kämpferische und disziplinierte Leistung des gesamten Teams konnte der SV Kripp im Achtelfinale des Kreispokals gegen den SV Remagen einen 6:4-Erfolg feiern. Dank der Ausgleichstreffer in der regulären Spielzeit sowie in der Verlängerung rettete man sich ins Elfmeterschießen, welches man dank des glänzend haltenden Rückhalts David Reckhaus für sich entschied.

Text: Daniel Ley